Geschichte

Die Frauenbewegung war sicherlich eine der prägendsten gesellschaftlichen Bewegungen der letzten 100 Jahre. Aus den anfänglichen Protesten für das Stimmrecht für Frauen ist eine parteiübergreifende soziale Bewegung für Gleichberechtigung in allen Lebensbereichen erwachsen. Dabei waren die Fortschritte der Frauen immer hart errungen. Die Gleichberechtigung der Geschlechter ist nicht nur eines der fundamentalen Menschenrechte sondern hat zugleich enorme sozial-ökonomische Auswirkungen. Die Stärkung der Rechte der Frauen und die Partizipation von Frauen an allen Prozessen der Gesellschaften sind dringend nötig.

Gegründet wurden die ÖVP Frauen – damals noch „ÖFB – Österreichischer Frauenbund“ – im Rahmen der Österreichischen Volkspartei bereits in den ersten Wochen nach Kriegsende 1945 in Wien unter Generalsekretär Dr. Felix Hurdes.

Im Gegensatz zu den 3 berufsspezifischen Bünden (dem Wirtschaftsbund, dem Bauernbund und dem Arbeitnehmerinnen- und Arbeitnehmerbund) wurde der „Österreichische Frauenbund“ damals als Organisation bezeichnet und hatte noch keine eigenen Mitglieder. Die Aufgabe war es, die Anliegen der ÖVP angehörigen Frauen zu vertreten und zu betreuen. So hatte diese Organisation, ebenso wie die der Jugend, eine schwächere Stellung in der Partei als die Bünde: sie war finanziell abhängig und hatte, mit Ausnahme der Steiermark, keine von ihr direkt nominierten Mandatarinnen.

Die gesamte Organisation der ÖFB wurde aber schon damals in allen Bundesländern und in Bezirks- und Ortsgruppen ausgebaut. Nach und nach wurden aber doch Direktmitglieder in den ÖFB aufgenommen, die Landesorganisationen erstarkten, wenn auch ungleichmäßig, die Zahl der Ortsgruppen wuchs. 1972 wurde der ÖFB dann, gemeinsam mit dem Seniorenbund und der JVP, als gleichberechtigte Teilorganisation der ÖVP definiert. Damit kommt ihren Vertreterinnen seit damals die gleiche Funktion zu wie den Vertreterinnen der anderen Teilorganisationen, nämlich die Mitwirkung bei der allgemeinen politischen Arbeit.